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Medienhilfe Ex-Jugoslawien

Professionelle Solidarität gegen Nationalismus und Chauvinismus
Professional solidarity against nationalism and chauvinism

Medienhilfe
Ex-Jugoslawien
Postfach
8031 Zürich
Tel/Fax 01/272 46 37

  • An die Demokratiebewegung in Belgrad/Jugoslawien
  • an die StudentInnenbewegung in Belgrad/Jugoslawien
  • an die Behörden der Bundesrepublik Jugoslawien
  • an die Regierung der Schweiz
  • an die Schweizer Presse

 

Solidaritätserklärung

Die Organisatoren und Teilnehmer der Veranstaltung "Krieg in Europa" vom 3. Februar 1997 in der Reitschule Bern sind schockiert über das bisher brutalste Vorgehen der serbischen Spezialeinheiten gegen die Demokratiebewegung in den Strassen Belgrads in der Nacht des 2. Februar 1997. Seit zweieinhalb Monaten fordern täglich zehntausende und manchmal hunderttausende von StudentInnen und BürgerInnen mit friedlichen und phantasievollen Kundgebungen ihren Wahlsieg bei den Kommunalwahlen ein. Die herrschende Garde Serbiens, Präsident Slobodan Milosevic, und Serbiens "Iron Lady" Mira Markovic scheinen bereit, mit ihrem Ehe- und Parteienbündnis von Sozialistischer Partei SPS und Vereinigter Linker JUL jeden Preis für den eigenen Machterhalt zu bezahlen. Die brutalen Polizeiübergriffe gegen TeilnehmerInnen der Kundgebung und FührerInnen der Opposition lassen befürchten, dass Mira Markovic ihre Liebe zu China wahrmachen will, indem sie in Belgrad einen neuen Tienanmen-Platz schaffen lässt.

Die OrganisatorInnen und TeilnehmerInnen der Veranstaltung "Krieg in Europa" verurteilen dieses Vorgehen und unterstützen die Demokratiebewegung Serbiens in ihren legitimen Forderungen nach der Anerkennung der Wahlresultate, nach Presse- und Meinungsfreiheit, nach einem friedlichen demokratischen Wandel des Landes. Sie fordern die serbischen Behörden auf, den Forderungen der Bürgerbewegung nachzukommen und die Auseinandersetzung mit demokratischen Mitteln zu führen. Die Schweizer Behörden fordern sie auf, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, der Opposition und der Demokratiebewegung den Rücken zu stärken und Druck auf die jugoslawischen und serbischen Behörden auszuüben, auf jegliche Gewaltanwendung zu verzichten. Besonders fordern sie die Schweizer Regierung auf, die längst überfällige Einladung an die FührerInnen der Demokratie- und StudentInnenbewegung in Serbien auszusprechen, um sie auch von offizieller Seite als DiskussionspartnerInnen anzuerkennen. Gleichzeitig fordern sie, dass die offiziellen Kontakte zu Regierungsvertretern Jugoslawiens eingefroren werden, bis die demokratisch legitimen Forderungen durchgesetzt sind. Speziell fordern sie von den Schweizer Behörden, auf die Rückschaffung von AlbanerInnen nach Kosovo zu verzichten, bis die politische Lage in der Bundesrepublik Jugoslawien sich normalisiert, d.h. demokratisiert hat.

OrganisatorInnen:

  • Medienhilfe Ex-Jugoslawien
  • Reitschule Bern
  • Grünes Bündnis Bern
  • Gruppe für eine Schweiz ohne Armee GSoA
  • Junge Alternative JA!

Die TeilnehmerInnen der Diskussionsveranstaltung


Ein Link zu den protestierenden StudentInnen in Belgrad:
http://www.dds.nl/%7Epressnow/general/protestof96.htm

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