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Weltwoche / Leserbrief

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Zürich, 5. Februar 1997

Gedruckte Lügen werden nicht zu Wahrheiten

In seinem Artikel aus Belgrad "Milosevic setzt auf die Feiertage und den Schnee" (Weltwoche vom 1./2. Januar 1997) schreibt Hanspter Born dass der im Verlaufe der Bürgerproteste in Belgrad, Serbien, verstorbene Lehrer Pedrag Starcevic "nicht, wie vielerorts (so in der ‘Neuen Zürcher Zeitung’ vom 30.12.) fälschlich gemeldet, von ‘Systemtreuen zu Tode geprügelt’ wurde, sondern - gemäss Angaben von Draskovics Erneuerungspartei - von Gleichgesinnten niedergetrampelt wurde, als diese nach einem Polizeiangriff davonrannten." Diese Vermutung und Beschuldigung ist schwerwiegend und eine inzwischen amtlich dokumentierte Lüge. Trotzdem hat es Hanspeter Born bisher nicht für nötig befunden, seine eigene Wahrheit zu dementieren.

In der unabhängigen Wochenzeitschrift "Vreme" (Zeit) vom 11. Januar 1997 und kurz darauf im englisch sprachigen Dienst "Vreme News Digest" vom 13. Januar 1997 wurde der amtliche Obduktionsbefund zusammen mit Bildern der Verwundungen des später verstorbenen Lehrers veröffentlicht. Die Autopsie wurde durchgeführt von Doktor Branimir Aleksandric, dem Chef der Autopsiekommission des Medizinischen Instituts. Sie bestätigt, dass "die Verletzungen von einem harten, oval-wurstförmigen Gegenstand wie einem Schlagstock, einem Baseball-Schläger oder einer Eisenstange herrühren". Der Tod trat durch die schweren inneren Verletzungen ein, die mit diesem Schlagwerkzeug zugefügt wurden. Offensichtlich können solche Verletzungen nicht durch "Niedertrampeln" entstehen und selbst Herr Born würde wohl kaum behaupten, dass Pedrag Starcevic von seinen MitdemonstrantInnen zu Tode geprügelt wurde.

Roland Brunner, Medienhilfe Ex-Jugoslawien, Zürich

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