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Den Frieden gewinnen!Trotz eines anhaltenden Waffenstillstandes sind die Kriege im ehemaligen Jugoslawien, vor allem in Kroatien und Bosnien-Herzegowina, nicht beendet. Sie gehen in den Köpfen der Menschen weiter auch wenn der Krieg heute mit anderen Waffen geführt wird. Die Kriege werden erst wirklich vorbei sein, wenn die offenen Fragen und die umstrittenen Sachverhalte eine Antwort erhalten. Wie weit der heutige Zustand von einem wirklichen Frieden entfernt ist, zeigen die Geschehnisse der letzten Wochen und Monate im Machtkampf in der Republika Srpska, aber auch bei den weitergehenden Vertreibungen im kroatisch-bosniakisch kontrollierten Föderationsgebiet. Welche Bedeutung die Medien in diesem Prozess spielen, wurde offensichtlich, als SFOR-Einheiten Fernseh-Transmitter besetzten, Radiosendungen zu stören und mit eigenen Programmen zu überlagern drohten. Welche Bedeutung die Existenz unabhängiger Medien für die Aufarbeitung der Kriegserfahrungen hat, zeigt auch der Fall von Mirobar Bajramovic. Dieser "Verteidiger des kroatischen Vaterlandes" kämpfte 1991 in einer Spezialeinheit der kroatischen Polizei einer von vielen. Jetzt legte er in der unabhängigen Zeitung "Feral Tribune" offen, welche Kriegsverbrechen er und die ganze Einheit begangen haben (vgl. auch NZZ, 5.9.97). Dass Bajramovic kein Einzelfall für das Kriegsverbrechertribunal ist, dafür sorgte diese Zeitung, die seit Jahren auf der Abschussliste des kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman steht und ohne die eine Demokratisierung von Kroatien undenkbar wäre. Auf der Projektreise der Medienhilfe Ex-Jugoslawien nach Bosnien-Herzegowina und in die Bundesrepublik Jugoslawien konnten wir uns Anfang Mai selber ein Bild der Probleme machen. Im direkten Kontakt mit unseren MedienpartnerInnen haben wir dabei Möglichkeiten besprochen, wie die Medienhilfe Ex-Jugoslawien ihren Beitrag zur Medienentwicklung im Nachkriegs-Jugoslawien leisten kann. Ende Oktober wird in Trogen/AR ein einwöchiges Seminar "Building Peace from the Roots" stattfinden, für das die Medienhilfe Ex-Jugoslawien wesentliche Vorarbeiten leistet. Eine Arbeitsgruppe wird sich den unabhängigen Medien widmen. Um zum Prozess der Verständigung einen Beitrag zu leisten, lanciert die Medienhilfe Ex-Jugoslawien ein neues Projekt: PRINT FOR PEACE. Durch die Unterstützung unabhängiger Buchpublikationen und den Austausch dieser Bücher über die neuen Grenzlinien hinweg wollen wir die Diskussion fördern, die zu einem gemeinsamen Land führen kann. Wir laden Sie herzlich ein, dieses Projekt zu unterstützen, indem Sie vom beiliegenden Einzahlungsschein Gebrauch machen. Für Ihre Mithilfe bedanken wir uns. Gemeinsam mit unseren PartnerInnen können wir den Frieden gewinnen. Roland Brunner, Medienhilfe Ex-Jugoslawien |
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