Projektfinanzierung Kosov@ jetzt erst
recht!
Liebe Leserin, lieber Leser.
Kosov@-AlbanerInnen gelten in der Schweiz im Moment als Kriminelle, Drogenhändler,
Vergewaltiger... Die Medienhilfe hat als Brief eine Hetzschrift des "Bürgerforum
Schweiz" erhalten, in der steht: "An alle Jugo und Kosovo-Verbrecher!!! Ab
sofort ist Schluss mit humaner Gastfreundschaft. Einbrechern und Schlafzimmerräubern
werden beide Hände sowie der Penis abgeschnitten. Vergewaltiger und sonstige
Schwerverbrecher werden mit zwei Schüssen in den Hinterkopf und einem Schuss in den
Unterlaib (sic!) niedergeschossen." Gute Patrioten sind hier verbal bereit,
Verbrechen zu begehen, für die die internationale Gemeinschaft Täter aus dem ehemaligen
Jugoslawien vor ein Kriegsverbrechertribunal schickt. Statt Hilfe und Unterstützung zur
Demokratisierung und Zivilisierung leisten diese "guten Schweizer" einen Beitrag
zur ethnischen Ausgrenzungspolitik. Wir haben Strafanzeige eingereicht, aber das genügt
nicht!
Am Januar-Treffen des Infokreis Ex-Jugoslawien, einer informellen Struktur für
Länderverantwortliche verschiedener Schweizer Hilfswerke und Friedensorganisationen,
drängten die Medienhilfe-VertreterInnen darauf, den Kosov@ zu einem Schwerpunkt zu
machen. Um dem Fremdenhass hier und der Eskalation der Gewalt im Kosov@ etwas
entgegenzusetzen, haben wir beschlossen, drei Medienprojekte als Sofortmassnahme zu
finanzieren gegen alle Trends und Ängste, für den Kosov@ lasse sich kein Geld
finden. Wir hoffen, dass unsere LeserInnen anders denken und handeln. Vielen Dank für
Ihre Unterstützung.
- "Workshop on journalism and conflict resolution", eingereicht von Media
Project Pristina, einem Frauenprojekt von Journalistinnen. Das Projekt will 15 jungen
Journalistinnen eine Ausbildung in Workshops für friedensorientierte Kommunikation und
Information vermitteln.
- "TV Pruduction: Kosov@ A View from Inside", eingereicht auch von Media
Project Pristina, sieht die dreisprachige Produktion (albanisch, serbisch, englisch) von
36 Dokumentar-Beiträgen à 15 Minuten vor. Geplant sind Filmdokumente über
Alltagsprobleme normaler albanischer Menschen im Kosov@, die dann über das Netzwerk der
unabhängigen Stationen ANEM (s. Seite 3) auf 17 Fernsehsendern ausgestrahlt werden.
- "Kosovo Human Rights Documentary Production" wurde uns von ANEM direkt
eingereicht respektive vom unabhängigen Belgrader Radiosender B92, der als Gründer und
Präsident des Netzwerks zeichnet. Geplant sind hier zwei Dokumentarfilme über
Menschenrechtsverletzungen im Kosov@, mit denen das Bewusstsein in Serbien über die
eklatanten Missstände gehoben werden sollen. Dadurch soll auch der gesellschaftliche
Boden für eine politische Bearbeitung des Konflikts auf serbischer Seite geschaffen
werden. Das Projekt soll mit Partner-JournalistInnen der kosov@-albanischen Zeitung Koha
Ditore zusammen realisiert werden. Beides sind langjährige PartnerInnen der Medienhilfe
Ex-Jugoslawien.
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Projektunterstützung in
Bosnien-Herzegowina
Die Medienhilfe Ex-Jugoslawien hat an ihrer letzten Sitzung auch beschlossen, ein
Medienprojekt von Radio/TV Drina zu unterstützen, einem kleinen Sender in Skelani bei
Srebrenica. Drina ist die einzige unabhängige Station im östlichen Teil der Serbischen
Republik. Neben eigenen Lokalnachrichten bringt Drina Informationen von BBC, Voice of
America, ANEM und bosnischen Stationen. Spezielles Gewicht legt Drina auf
Bildungsprogramme zu Menschenrechten, Flüchtlingsfragen und Versöhnung. Drina hat uns
angefragt, zusammen mit USAID ein Projekt "Equipment for the Radio Studio" zu
finanzieren. Die Medienhilfe wird 45 Prozent des Projektes abdecken. |