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Bosnien-Herzegowina:Rückkehr mit Perspektive?Die Perspektiven der Rückkehr diskutierte am 20. April an der Zürcher ETH ein Podium, an dem auf Einladung des Kulturvereins Matica und dem humanitären Verein Zukunft für Bosnien neben dem bosnischen Botschafter, VertreterInnen verschiedener Bundesorgane und Hilfswerke auch Roland Brunner für die Medienhilfe Ex-Jugoslawien teilnahm. Hier sein Votum.Sehr verehrte Damen und Herren Nach den Perspektiven der Rückkehr fragt die heutige Veranstaltung. Woher können Perspektiven kommen? Eine Rückkehr in Sicherheit und Würde verlangte das Dayton-Abkommen im Dezember 1995, das heisst eine Rückkehr, die allen Menschen unabhängig von Nationalität, Religion, Geschlecht oder Alter eine Perspektive des Zusammenlebens bietet. Perspektive bedeutet also, dass ein Klima der Rechtssicherheit, der Freiheit, der Toleranz gegenüber anderen Meinungen und Identitäten besteht. Perspektive verlangt eine Gesellschaft, die fähig ist, sich mit sich selber, mit ihrer Vergangenheit, mit ihren Problemen, mit Ideen und Szenarien für die Zukunft auseinanderzusetzen. Als Mensch eine Perspektive zu haben bedeutet, Teil einer lernfähigen und lernenden Gesellschaft zu sein. Nur wenn die Gesellschaft Pluralität und Toleranz lernen kann, wird sie eine Perspektive haben und bieten können, damit die Menschen in Sicherheit und Würde, das heisst in Frieden leben können. Damit eine Gesellschaft zu einer lernenden Organisation werden kann, braucht sie die offene Auseinandersetzung, die Aufarbeitung und Verarbeitung ihrer Geschichte, das offene Austragen von Meinungsverschiedenheiten in der Gegenwart und die Diskussion um Entwicklungen für die Zukunft. Eine lernende Gesellschaft braucht Lehrmittel, braucht Schulbücher, die diese Auseinandersetzung transportieren. Diese Schulbücher des gesellschaftlichen Alltags, des gesellschaftlichen Lernens, meine sehr verehrten Damen und Herren, sind die Medien. Freies Medienschaffen bietet die Möglichkeit, Demokratie zu lernen und Freiheit zu schaffen. Professioneller Journalismus und die Existenz unabhängiger Medien sind die Voraussetzungen dafür, dass dieser Lernprozess einen Ort hat, dass er irgendwo stattfinden und ausgetragen werden kann. Die Investition in unabhängiges Medienschaffen ist eine Investition in die Menschen, in die Zukunft, in die Demokratie, in die Grundlagen von Sicherheit und Stabilität. An der Freiheit des Medienschaffens lässt sich die Perspektive der Gesellschaft ablesen und damit die Perspektive der Rückkehr für die Menschen, die vor dem Krieg geflüchtet sind und die heute eine neue Existenz aufbauen müssen. Der Krieg im Kosov@ hat diese Lernprozesse in Bosnien wesentlich zurückgeworfen. Die
Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Verankerung des Friedens ist aber damit
offensichtlich notwendiger denn je. Ich lade Sie herzlich ein, freies und professionelles
Medienschaffen zu unterstützen, um damit einen Beitrag zu leisten für eine Rückkehr mit
Perspektive. Vielen Dank. |
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