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Krieg gegen die MedienChronologie der ÜbergriffeKosov@24. und 25. März 1999: Die Einrichtungen der albanischsprachigen Medien in Pristina werden von paramilitärischen serbischen Einheiten zerstört. Zu den betroffenen Medien gehören unsere ProjektpartnerInnen: die Tageszeitung Koha Ditore, das Multimedia-Projekt Media Project Pristina und die Wochenzeitschrift Zeri. Viele RedaktorInnen und JournalistInnen sind zur Flucht nach Mazedonien gezwungen. Andere wie Veton Surroi halten sich weiterhin versteckt im Kosov@ auf. Ende März kursieren Gerüchte, die zum Teil sogar von Nato-Sprechern bestätigt wurden, dass prominente Intellektuelle und Medienschaffende hingerichtet worden seien. Erwähnt werden namentlich Veton Surroi (Besitzer von Koha Ditore), Baton Haxhiu (Chefredaktor der Zeitung) und Blerim Shala (Chefredaktor von Zeri). Glücklicherweise wissen wir inzwischen durch direkte Kontakte, dass alle drei noch am Leben sind. SerbienNacht vom 23. auf den 24. März: Zwei Inspektoren des jugoslawischen Ministeriums für Telekommunikation suchen in Begleitung von einem Dutzend Polizisten die Räumlichkeiten von B92 heim. Sie befehlen die sofortige Einstellung der Sendungen, beschlagnahmen die Sendeausrüstung und verhaften Chefredaktor Veran Matic. Nach acht Stunden in der Zelle wird er ohne Verhör und ohne Anklage freigelassen. Die Benutzung der Sendeanlagen bleibt B92 verboten. Weiterhin werden aber Sendungen produziert und per Internet nach London und Brüssel geschickt, von wo sie über die Satelliten von BBC und dem Europäischen Rundfunknetz EBN verteilt und von lokalen Radiostationen in Serbien empfangen und lokal wieder ausgestrahlt werden. 24. März: In Serbien wird der Kriegszustand ausgerufen. Damit wird auch die Zensur
eingeführt. Die Tageszeitungen Danas und Dnevni Telegraf stellten ihr Erscheinen selber
ein. Andere unabhängige Publikationen wie Nezavisni oder Nezavisna Svetlos wird das
Erscheinen verunmöglicht, indem die staatlichen Druckereien die Annahme der Aufträge
verweigern. Alle Publikationen werden gezwungen, die Artikel vor Erscheinen den
Zensurbehörden vorzulegen. 12. April: Slavko Curuvija, Besitzer und Chefredaktor der Zeitung Dnevni telegraf und
des Magazins Evropljanin wir ermordet. Wenige Tage vorher war er in der staatlichen
Zeitung Politika ekspres als Verräter bezeichnet worden. Montenegro8. April: Die jugoslawische Armee verlangt von Vijesti, der einflussreichsten Tageszeitung in Montenegro, dass sie ihre Berichterstattung den Kriegsbedingungen anpassen müsse. Chefredaktor Ljubisa Mitrovic wird mit der Schliessung der Zeitung gedroht, wenn er die Bedingungen der Armee nicht erfülle. Die Armee erklärte, Vijesti veröffentliche Information und Stellungnahmen, die der Nato gegenüber zu unkritisch seien und die keinen Beitrag für die Mobilisierung der BürgerInnen zur Verteidigung ihres Landes leiste. Die Aufforderung der jugoslawischen Armee, die Berichterstattung in den Dienst der Verteidigung des Landes zu stellen, ergeht auch an die unabhängigen Radiostationen Antena M und Freies Montenegro in Podgorica, sowie an die lokalen Radiostationen Montena-Radio in Niksic und Radio Boja. Diese Stationen wurden zudem aufgefordert, die Sendungen von Radio Free Europe RFE und Voice of America VoA nicht mehr weiterzuverbreiten. 20.22. April: Es kommt zu verschiedenen Verstössen gegen internationale Medienteams durch die jugoslawische Polizei. 22. April: Die Armeepolizei dringt in die Räumlichkeiten von Radio Freies Montenegro ein und fragt nach Chefredaktor Nebojsa Redzic. Jasna Bastic und Nena Skopljanac |
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