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Medienhilfe Ex-Jugoslawien

Professionelle Solidarität gegen Nationalismus und Chauvinismus
Professional solidarity against nationalism and chauvinism

Kosov@ News

Arbeiten als Journalistin im Kosov@

Anna Gossenreiter, Journalistin bei 10vor10, SF DRS, hielt sich im Juni und Juli dieses Jahres zweimal im Kosov@ auf. Hier einige Eindrücke: "Prizren, Mitte Juni: eine Unmenge von Journalisten, vom kleinen Lokalblättchen bis zu CNN. Täglich eine Pressekonferenz im Hotel oder im Hauptquartier der K-FOR. Die Journalisten sassen alle im Hotel Theranda. Dort waren immer viele UÇK-Leute, K-FOR, UNHCR, Schwarzhändler, die Zigaretten und Alkohol auf der Strasse feilboten. Die Geschichten lagen buchstäblich auf der Strasse.

CNN hatte sich überall aufgeführt, als könnten sie die ganze Welt kaufen. Sie hatten exorbitante Preise bezahlt für Wohnungen in Kukes, Albanien, sie haben den andern Journalisten die mühsam aufgetriebenen Übersetzer vor der Nase abgeworben (‘No matter what this man pays you, I pay you double.’). CNN soll sogar einen Hotelmanager veranlasst haben, die Gäste im ersten Stockwerk – JournalistInnen – alle rauszuwerfen (‘we rent all and we pay double’), wogegen sich dann alle JournalistInnen im Hotel gemeinsam erfolgreich zur Wehr setzten mit der Drohung, gesamthaft auszuziehen. Angeblich hat CNN auch für Stories bezahlt.

Mit dem Journalisten-Ausweis der K-FOR waren Strassenkontrollen und dergleichen kein Problem. Einzig die Grenze zu Mazedonien ist eine Prüfung, auch mit Ausweis. Der Stau an der Grenze ist immens – Lastwagen, Konvois, Panzer, Rückkehrer – und ich habe den Verdacht, die mazedonischen Zöllner sind daran nicht unschuldig. Sie nehmen sich unglaublich wichtig und sorgen mit ihren Trillerpfeifen für Verwirrung und Chaos."

Anna Gossenreiter, Journalistin bei 10vor10, SF DRS

Albanische Täter

Veton Surroi, Verleger der wichtisten albanischsprachigen Tageszeitung im Kosov@ Koha Ditore, hat mit einem Kommentar auf der Titelseite Furrore gemacht. Er schämt sich darin für die albanischen Vergeltungs- und Racheakte und spricht von "systematischer Einschüchterung" und einem "albanischen Faschismus".

Seinen Beitrag haben wir verschiedenen Schweizer Tageszeitungen zur Verfügung gestellt. Er ist auch zu finden auf unserer Homepage unter SURROI.
(siehe dazu auch den Beitrag von Shkelzen Maliqi in ZERI Nr. 1705: "Barbarity should be overcome".)

 

Schweizer Fahne auf UNO-Radio?

Mit zwei Millionen Schweizer Franken unterstützt respektive finanziert die Schweizer Regierung ein Projekt der "Fondation Hirondelle", die in Pristina Radiosendungen der internationalen Gemeinschaft für Kosov@ produzieren soll. Die Medienhilfe Ex-Jugoslawien hat kritisch zu diesem Projekt Stellung genommen. Hintergründe und Argumente finden sich auf unserer Homepage unter UNRadio.

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