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Medienhilfe Ex-Jugoslawien

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Professional solidarity against nationalism and chauvinism

Bosniens Medien ohne Grenzen

Inter-Nationales Fernsehen?

Fünf Jahre nach dem Abkommen von Dayton ist die Öffentlichkeit Bosniens immer noch in ethnische Grenzen gepfercht. Das Fernsehen soll die Trennung überwinden.

Am Aufbau eines gesamtbosnischen, regierungsunabhängigen und professionellen Radios und Fernsehens könnte sich die internationale Gemeinschaft die Zähne ausbeissen. Seit Monaten tobt ein Kampf darum, wie RTV BiH auszusehen habe.

  • Machtwort gesprochen

Seit vier Jahren versucht die internationale Gemeinschaft, den Einfluss nationalistischer Propaganda in Bosnien-Herzegowina zurückzudrängen. Radio- und Fernsehstationen unter Kontrolle der herrschenden Parteien dienen seit Jahren dazu, die Macht der alten Kräfte zu stabilisieren und demokratische Veränderung zu verhindern.

Am 23. Oktober hat Wolfgang Petritsch, oberster UN-Verwalter in Bosnien-Herzegowina, nun ein Machtwort gesprochen. Eine öffentlich-rechtliche Anstalt müsse geschaffen werden, der zwei regionale Systeme in den beiden Entitäten zur Seite gestellt würden.

Der Rekonstruktionsprozess von RTV BiH hatte schon im Juli begonnen, als Petritsch die gesamte Leitung wegen ihrer Nähe zur Regierungspartei SDA von Alija Izetbegovic auswechselte. Gegen diesen Eingriff hagelte es Proteste und der Nachrichtenredaktor von RTV BiH trat zurück.

Ein gewichtiger Einwand gegen die Umstrukturierung bezog sich darauf, dass der Zeitpunkt so kurz vor den Wahlen vom 11. November schlecht gewählt sei. Ausserdem würde auch eine neue Organisationsstruktur nicht automatisch die Qualität der Berichterstattung heben. Seit Jahren sind die tiefen professionellen und ethischen Standards der meisten bosnischen Medien ein Problem, das durch die allgemeine Mittelknappheit und die veraltete Ausrüstung weiter verschärft wird. Dieses Problem lässt sich nicht einfach mittels eines neuen Beschlusses aus der Welt schaffen.

  • Steigender Druck im Wahlkampf

In ganz Bosnien-Herzegowina sind Medienschaffende weiterhin politischem Druck ausgesetzt. Wie bei den Lokalwahlen vom April 2000 stieg dieser auch während der jetzigen Wahlkampagne. Der von der OSZE eingerichteten Free Media-Helpline wurden innerhalb der letzten zwei Monate 27 neue Fälle von Übergriffen auf JournalistInnen gemeldet. Bedenklicherweise gehen 13 davon (48%) auf das Konto von RegierungsvertreterInnen. Es zeigte sich erneut, dass die Lage der Medien in Bosnien auch fünf Jahre nach Dayton noch weit von einem “courrant normal” entfernt ist.

In dieses Bild passt auch eine Umfrage des OSZE-Departements für Medienangelegenheiten vom Frühling dieses Jahres unter 50 Zeitungen, Fernseh- und Radiostationen. Fazit: Eine Mehrzahl der Medienschaffenden ist unzufrieden mit ihrer Arbeitssituation und mit der Gewährleistung ihrer Rechte als JournalistInnen. Insbesondere erlebten fast zwei Drittel der Befragten irgendeine Art von Einschüchterung, zwei Fünftel sahen sich direktem oder indirektem Druck seitens der Behörden ausgesetzt. Jeweils ein Drittel sieht die internationalen Organisationen und die lokalen Gerichte als Garanten für ihren Schutz. Fast alle sprachen auch der Free Media-Helpline eine wichtige Rolle im Kampf für ihre Rechte zu. Die Berichterstatter kommen zum Schluss, dass das Engagement der OSZE im Bereich Medienunterstützung weiterhin dringend nötig sei.

Vanda Mathis, Roland Brunner

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