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Medienhilfe Ex-Jugoslawien

Professionelle Solidarität gegen Nationalismus und Chauvinismus
Professional solidarity against nationalism and chauvinism

Medienrevolution am 5./6. Oktober

eine kleine Chronologie der Ereignisse

  • Die Belgrader Fernsehstationen TV Pink, TV Kosava, TV Palma und alle drei Kanäle von Radio+Fernsehen Serbien RTS stellen am Nachmittag des 5. Oktobers ihr Programm ein. DemonstrantInnen stürmen die Gebäude der Tageszeitung Politika und von RTS. RTS geht am Abend wieder auf Sendung. Das Streikkomitee der Tageszeitung Politika kündigt eine “freie Ausgabe” an.
  • Der neue Fernsehsender Vracar berichtet unzensiert über die Ereignisse. Die Belgrader Station Studio B, im Mai unter Kontrolle des Regimes gestellt, wird wieder vom alten Team übernommen. Marko Jankovic, langjähriger Mitarbeiter und vom Regime entlassen, liest die Nachrichten und verspricht den ZuschauerInnen, Studio B werde für immer den BürgerInnen gehören.
  • DemonstrantInnen stürmen die Räume von Radio B92. Der Sender wurde seit April 1999 von regierungsloyalen JournalistInnen betrieben. Das alte Team von B92, das inzwischen Radio B2-92 gegründet und betrieben hatte, kann in die alten Räume zurückkehren und die alte Sendefrequenz auf 92,5 MHz wieder übernehmen.
  • Biljana Nikolic, Journalistin bei der vorherigen Regierungszeitung Vecernje Novosti, ruft die BürgerInnen auf, das Gebäude der Zeitung nicht zu beschädigen, da die Zeitung jetzt befreit sei. Der alte Chefredaktor Dusan Cukic und die Verlagschefs Ilija Zurovac und Ivan Pajic wurden abgesetzt.
  • Die staatliche Nachrichtenagentur TANJUG schlägt sich auf die Seite der Bevölkerung und verspricht, in Zukunft die professionellen Kriterien der Berichterstattung zu befolgen. Vojislav Kostunica wird als gewählter Präsident bezeichnet.
  • Alle Kanäle von RTS beginnen um 21.20 Uhr ihr neues Programm. Eröffnet wird es von Kulturredaktor Bojan Bosiljcic, der den ZuschauerInnen erklärt, dies sei ihr Sender. Oppositionspolitiker und der neu gewählte Präsident Kostunica werden zu Sendungen ins Studio geholt.
  • Milan Todorov, Direktor von TV Novi Sad, informiert die Lokalregierung der Stadt, dass der Fernsehsender den BürgerInnen zurückgegeben wurde. Die vom Regime entlassenen MitarbeiterInnen sind in die Station zurückgekehrt und haben ihre Arbeit wieder aufgenommen.
  • Das RTS-Studio in Jagodina wird um 18 Uhr von VertreterInnen der Opposition übernommen.
    l Miroslav Antic, Polizeichef des Belgrader Vororts Mladenovac, gratuliert den VertreterInnen der Opposition zu ihrem Sieg und übergibt ihnen die Schlüssel zu TV Mladenovac. Der Sender war am 17. Mai unter Regierungskontrolle gestellt worden.
  • Auch in Leskovac übernehmen Oppositionsvertreter den lokalen Sender. Aleksandar Davnic, Direktor der Station und SPS-Mitglied, unterschreibt seinen Rücktritt. 20’000 BürgerInnen von Leskovac feiern in den Strassen.

Informationen aus dem Wochenbericht von ANEM, dem Netzwerk unabhängiger elektronischer Medien in Serbien - hier auf unserer Homepage

Veran Matic, 
Präsident der Vereinigung unabhängiger elektronischer Medien in Serbien ANEM, beim Besuch der Medienhilfe Ex-Jugoslawien
: Gelungener Ausbruch aus dem Medienknast.

Inserat der Medienhilfe Ex-Jugoslawien.
Auch im TIF-Format als Download (312 KB)

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