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Der Krieg der Medien
Mazedonien Unterschiedliche Berichte über gleiche Themen
Mazedonische Medien säen Hass. Je nach Gesinnung wird von «gefolterten
Albanern» oder «albanischen Terroristen» geschrieben.
Sonia Bakaric, afp Fassungslos verfolgen sie den Medienkrieg in ihrem Land.
Sie sind slawische oder albanische Journalisten, und sie haben das gleiche Verständnis
von ihrem Beruf, der sie ihrer Meinung nach zur Neutralität verpflichtet. Im
Gegensatz zu den meisten Medienschaffenden bemühen sich die Fernsehmacher des
privaten mazedonischen Senders TV A1 im Industriegebiet von Skopje um einen
Abbau der Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen. Die Redaktion zählt 30
überwiegend junge Journalistinnen und Journalisten. Chefredaktor Aco Kabranov
bedauert «den Untergang jeglicher Professionalität» bei einigen Journalis-ten.
Die Medienwelt sei inzwischen gespalten. Auf der einen Seite würde albanische
Propaganda gemacht, auf der anderen vermittle der staatliche Fernsehsender MTV
die Sicht der Regierung. Die Kämpfe zwischen albanischen Rebellen der selbst
ernannten «Nationalen Befreiungsarmee» (UCK) und den Regierungstruppen sind
landesweit Thema. Über den politischen Zank über mehr Rechte für die
albanische Minderheit wird ebenso ausführlich wie unterschiedlich berichtet. «Ainsi
Fakti» zum Beispiel, grösste albanische Zeitung des Landes mit einer Auflage
von 15 000 Exemplaren, hat in den vergangenen Tagen ausschliesslich über das
Unglück berichtet, das Albanern im Land widerfährt. Die Zeitung veröffentlicht
regelmässig Schwarz-Weiss-Fotos in schlechter Qualität von Menschen mit
verquollenen Gesichtern: «Albaner, die von der mazedonischen Polizei gefoltert
wurden», steht darunter. Kein einziges Mal hat «Fakti» über die Vertreibung
von slawischstämmigen Mazedoniern durch die Rebellen berichtet.
Die grösste mazedonische Zeitung «Dnevnik» mit einer
Auflage von 80 000 Exemplaren dagegen widmet sich seit Tagen nur «den
Verbrechen der albanischen Terroristen». «Die Mazedonier wollen keine Albaner
in ihren Zeitungen sehen», erklärt Snezana Lupevska, Redaktorin bei TV A1.
Dies könne als «unpatriotisch» aufgefasst werden. «Wir erhalten oft Anrufe
von wütenden Mazedoniern, weil wir auch den Standpunkt der Albaner darstellen»,
erklärt der Chef des privaten Senders. Aargauer Zeitung 6.8.2001 http://www.aargauerzeitung.ch/pages/index.cfm?dom=3&rub=1048&arub=1048&nrub=0&srv=cms |
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