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Medienhilfe Ex-Jugoslawien

Professionelle Solidarität gegen Nationalismus und Chauvinismus
Professional solidarity against nationalism and chauvinism

Computerausrüstung und Phonothek

Radio Kontakt, Pristina

Radio Kontakt wurde gegründet von einer Gruppe junger, gut ausgebildeter Menschen mit multi-ethnischem und multireligiösem Hintergrund: AlbanerInnen, SerbInnen, MuslimInnen, TürkInnen. Das Motto von Radio Kontakt lautet: “Ein offenes Radio, das Menschen zusammenbringt”. Radio Kontakt will dies durch Sendungen in albanischer und serbischer Sprache erreichen – und durch ein Programmangebot, das für Offenheit, Verständnis und Respekt, für Ökumene und Versöhnung steht. Dadurch wollen die MacherInnen von Radio Kontakt AlbanerInnen und SerbInnen im Kosov@o zum Dialog ermutigen.

Radio Kontakt startete am 19. Juni 1998 mit Testsendungen. Während zehn Tagen sendete es ausschliesslich Musik, Jingles und Kontaktprogramme. Am 29. Juni begann Radio Kontakt, Nachrichten zu senden (Zweitausstrahlungen von Voice of America, BBC und ANEM). Am Tag danach kam ein Bundesinspektor mit 16 Polizisten ins Studio, befahl die Einstellung der Sendung und beschlagnahmte den Sender. Obwohl Radio Kontakt bereits im Februar ein Gesuch für eine Sendefrequenz eingerichtet hatte, gab das Bundesministerium für Telekommunikation keinen Entscheid bekannt. Während sie immer noch auf Bescheid wartet, möchte die Gruppe von Radio Kontakt die Sendungen über Internet aufbauen, damit in Kosov@ wenigstens die Leute mit Internetanschluss sie hören können. Zugleich bietet dies Radio Kontakt die Möglichkeit, mit den Flüchtlingen und Vertriebenen in Kontakt zu bleiben. Dazu braucht Radio Kontakt eine geeignete Ausrüstung.
Radio Kontakt fragt uns um Unterstützung bei der Finanzierung an, um die Computerausrüstung fürs Studio (d.h. Hardware und Software für Real-Audio-Sendung über Internet) kaufen zu können. Diese technische Ausrüstung würde auch einen kontinuierlichen Austausch von Radioprogrammen mit anderen Stationen in der BR Jugoslawien ermöglichen – und zwar auf die schnellste, kostengünstigste, sicherste und auf qualitativ hochstehende Art.
Das Programmkonzept beinhaltet Musik sowie Bildungs- und Informationsprogramme. Jede Stunde werden Kurznachrichten (2-3 Minuten) gesendet (abwechselnd in serbischer oder albanischer Sprache), die auf einem Informationsaustausch und einer Kooperation mit der Vereinigung der unabhängigen elektronischen Medien in der Bundesrepublik Jugoslawien (ANEM) basieren. Die Musikprogramme sollen nicht ethnischen Kriterien folgen, sondern moderne Musik und klassischen Rock anbieten. Die Morgenprogramme enthalten Lokalnachrichten und Beiträge, die das Alltagsleben der EinwohnerInnen von Pristina thematisieren. Politische Parteien erhalten täglich Gelegenheit, ihre Erklärungen abzugeben – in beiden Sprachen und ohne Kommentar. Radiodiskussionen werden dem Grundsatz folgen, die Zivilgesellschaft und zivile Initiativen zu fördern. Bildungsprogramme umfassen wöchentliche, 10 Minuten dauernde Kurse wie “Lernen wir Albanisch” und “Lernen wir Serbisch”. Dieser Teil des Programms wird ausgerichtet auf Anregungen und Unterstützung von zivilen Initiativen und auf Punkte, wo die parallelen Welten der beiden sich in Konflikt befindenden Ethnien aufeinandertreffen. Die Programmziele, welche die Gruppe um Radio Kontakt erreichen möchte, sind folgende: Die Sendungen sollen professionell, objektiv, multi-ethnisch, bildend, öekumenisch und unabhängig sein.
Musikprogramme sind ein wichtiger Faktor für die Beliebheit eines Radiosenders. Radio Kontakt will der beliebste Radiosender in Pristina werden, vor allem beim jungen Publikum. Daher ist die Finanzmittelbeschaffung für den Aufbau einer Phonothek ebenfalls Teil dieses Projektes.

Der für die Realisierung des Projektes benötigte Betrag beläuft sich auf Fr. 21’500.–
Unterstütungsbeiträge mit Vermerk “KONTAKT”

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