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Lokal Projektpartner: Radio Kontakt Verantwortlich: Zvonko Tarle, Chefredaktor Projekt: KONTAKT und KONTAKT PLUS Unabhängige Radiosender in Pristina und Kosovska Mitrovica I Hintergrund Radio Kontakt ist Teil des Projektes "Civic House", das als Netzwerk von regierungsunabhängigen Organisationen, freien Medien und unabhängigen Gewerkschaften funktioniert. Radio Kontakt wurde 1998 gegründet, aber schon nach zwei Wochen vom serbischen Regime verboten. Von Dezember 1998 bis März 1999 sendete die Station über BBC und ANEM tägliche Programme. Vor und während des Krieges wurden die Räumlichkeiten des Senders geplündert. Die gesamte Studioeinrichtung und Produktionsanlage wurde gestohlen. Nach dem Krieg verschwanden auch Teile der Büroeinrichtung. Trotzdem konnte Radio Kontakt am 28. September 1999 wieder auf Sendung gehen. Mehr als 60 junge Menschen wurden bei Radio Kontakt bisher ausgebildet. Die meisten sind inzwischen aber aus dem Kosov@ geflohen. Der Sender beschäftigt heute 25 Angestellte - 12 JournalistInnen, 5 TechnikerInnen, 2 MusikredaktorInnen, 1 Organisationsverantwortlicher, 1 Büroangestellte, 1 Übersetzer (englisch und albanisch), 1 Chefredaktor, 1 Programmkoordinator, dazu Putz- und Sicherheitspersonal. Die ethnische Struktur der MitarbeiterInnen reflektiert die Gesellschaftsstruktur des Kosov@: 9 AlbanerInnen, 6 TürkInnen, 6 SerbInnen, 2 Muslime-BosniakInnen, 1 Goraner, 1 Kroate. Radio Kontakt ist damit im Moment die einzige lokale Radiostation mit einer gemischt-ethnischen Programm- und Beschäftigtenstruktur. Die Nachrichtensendungen von Radio Kontakt werden in drei Sprachen ausgestrahlt: albanisch, türkisch und serbisch. Andere Sendungen werden in der Muttersprache des verantwortlichen Redaktors/Redaktorin gesendet und die zentralen Punkte werden in die anderen Sprachen übersetzt. Täglich werden sieben Nachrichtenbulletins gesendet. Dazu kommt ein spezielles Informationsprogramm in englischer Sprache. Geplant ist der Ausbau der Station auf 50 Beschäftigte in zwei Studios in Pristina und Mitrovica bis Ende 2000. 1999 begann Radio Kontakt ein Netzwerk-Programm von Radiosendungen aus Banja Luka, Novi Sad und Kraljevo. Radio Kontakt ist Mitglied im Netzwerk unabhängiger elektronischer Medien in Serbien ANEM und arbeitet zusammen mit der Vereinigung unabhängiger Radiostationen in Bosnien-Herzegowina und der Vereinigung unabhängiger Radiostationen in Montenegro. In Pristina arbeitet Radio Kontakt zusammen mit RTV 21. II Projektbeschreibung Radio Kontakt ist eine multiethnische Radiostation, die einen Beitrag leistet zum sozialen Wiederaufbau des Kosov@ als multinationale demokratische Gesellschaft. Mit Programm und Organisationsstruktur hat der Sender längst bewiesen, dass ein Zusammenleben der Ethnien möglich ist. Radio Kontakt ruft auf zu gewaltfreier Kommunikation, Dialog und Toleranz, multiethnischer Zusammenarbeit und religiöser Ökumene. In seiner Sprachenvielfalt aus albanisch, serbisch, türkisch und anderen Regionalsprachen ist Radio Kontakt die einzige lokale Station, die dem Auftrag und politischen Willen der internationalen Gemeinschaft gerecht wird. Radio Kontakt Pristina ist Teil des regionalen Kontakt-Netzwerkes, zu dem auch unabhängige Sender in Banja Luka (Bosnien-Herzegowina), Vukovar (Kroatien) und Novi Sad (Vojvodina/Serbien) gehören. Das Kontakt-Netzwerk bietet allen angeschlossenen Stationen einen professionellen Austausch von Informationen und Angestellten sowie Ausbildung und technische Unterstützung mit hoher Qualität. Radio Kontakt bietet den BürgerInnen des Kosov@ professionell aufbereitete Information. Verwendet werden dazu die wichtigsten Nachrichtenagenturen der Region: BETA, Fonet (Serbien), Montena Fax (Montenegro), Onasa (Bosnien-Herzegovina), and Stina (Kroatien). Zudem verwendet Radio Kontakt Informationssendungen der Deutschen Welle (albanisch und serbisch), von Radio Free Europe und vom unabhängigen Radio B2-92 aus Belgrad. Neben den Nachrichtenprogrammen produziert Radio Kontakt spezielle Sendungen wie ein tägliches "NGO Forum", zweimal wöchentlich "Kosov@ zwischen Vergangenheit und Zukunft" und einmal monatlich ein Programm über Arbeitsrecht. Tägliche redaktionelle Beiträge und spezielle Sendungen behandeln Themen aus Wissenschaft, Kultur und Kunst. Ein besonderes Zielpublikum des Senders ist dabei die Jugend des Kosov@. Eine spezielle Sendung richtet sich jeden Tag an Oberstufen-SchülerInnen und StudentInnen. Geplant ist in nächster Zeit je ein wöchentliches Programm für die türkische und für die Roma-Gemeinde. Besonderes Augenmerk richtet die Station zudem auf den interreligiösen Dialog. Mit den drei wichtigsten religiösen Gemeinschaften des Kosov@ - muslimisch, katholisch und orthodox - konnte eine fruchtbare Zusammenarbeit geschaffen werden. In Zusammenarbeit mit dem Pressedienst der KFOR wurde ein "KFOR Kontakt Magazin" lanciert, das in Serbien und in Montenegro ausgestrahlt werden soll. Bisher wird das Programm von Radio 021 in Novi Sad, von Radio Globus in Kraljevo und Radio Mir in Tuzi/Montenegro übernommen. Die technischen Voraussetzungen für live-Berichterstattung aus dem KFOR-Pressezentrum sind geschaffen worden. Auf Anfrage der belgischen und französischen KFOR-Einheiten wurde ein Studio in Leposavic und ein weiteres in (Kosovska) Mitrovica aufgebaut. Diese Station heisst Kontakt Plus und sendet seit Anfang April täglich ein zweistündiges Programm von 16 bis 18 Uhr für die serbischen BewohnerInnen in den Enklaven Leposavic, Zubin Potok und Kosovska Mitrovica. Nach den zweistündigen Spezialprogrammen übernimmt Kontakt Plus das Programm von Radio Kontakt Pristina. Radio Kontakt richtet sich auch speziell an die Vertriebenen aus dem Kosov@. In Zusammenarbeit mit Radio 021 aus Novi Sad wird ein spezielle Wochensendung geplant und mit der Wochenzeitung Odgovor wird eine monatliche Zeitungsbeilage produziert, die in einer Auflage von 15'000 Exemplaren gratis an Vertriebene verteilt wird. Radio Kontakt will ein Solidaritätsnetzwerk für Medienschaffende aufbauen. Das Projekt zielt auf JournalistInnen und TechnikerInnen aus der Region und dem Ausland, die für Trainings und Lernprogramme nach Pristina geholt werden sollen, um bei der Arbeit (training on the job) mit Kontakt-Angestellten ihre Erfahrungen weiterzugeben. In der konkreten Programmarbeit sollen so vor allem junge JournalistInnen die Chance bekommen, von ausländischen Medienprofis zu lernen. 1999 begann dieses Austauschprogramm mit drei JournalistInnen aus der Region (Sarajewo, Banja Luka und Novi Sad). Zum Teil fehlt es Radio Kontakt für die Professionalisierung der Station an moderner Studiotechnik. Speziell die Übertragungstechnik muss im Jahr 2000 modernisiert werden. Zudem fehlt es immer noch an Computerausrüstung und modernen Tonbearbeitungsprogrammen, aber auch an Fotokopierern und Druckern. Das grösste Problem für Radio Kontakt und Kontakt Plus ist aber die Sicherheit der MitarbeiterInnen. Dringend benötigt werden 10-15 mobile Funkgeräte, damit die JournalistInnen und Angestellten in ständigem Kontakt bleiben können. Zudem müssen drei weitere Sicherheitsleute eingestellt werden, um rund um die Uhr das Studio zu bewachen. Drei Fahrzeuge müssen beschafft werden, um den sicheren Transport der Beschäftigten zu organisieren. Vor allem den serbischsprachigen JournalistInnen muss die nötige Sicherheit garantiert werden können, um sie von einem Wegzug aus der Region abzuhalten. Aber auch albanischsprachige JournalistInnen bei Radio Kontakt sind immer wieder Angriffen ausgesetzt, weil sie für ein "serbisches Radio" arbeiteten. III Projektziele Die wichtigsten Ziele von Radio Kontakt und Kontakt Plus sind:
Beitrag der Medienhilfe Ex-Jugoslawien: 60,000 SFr. Andere beteiligte Geldgeber: Swedish Helsinki Committee; Open Society Institute – Media Network Programme, Budapest; USAID-OTI; IREX Pro Media, USA; Norwegian People’s Aid. |
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