|
|
|
ZERI (Stimme) Unabhängige Wochenzeitschrift in Pristina 1. Hintergrund Die Wochenzeitschrift ZERI besteht seit 54 Jahren. Sie wurde 1945 gegründet. Seither erschienen mehr als 1700 Ausgaben. ZERI war anfangs eine wöchentliche albanische Jugendzeitung und wurde dann in den 90er-Jahren zu einer politischen Zeitschrift mit breiterem Leserkreis. In der Zeit des Ausbruchs der Kriege im ehemaligen Jugoslawien erreichte die Zeitschrift eine Auflage von 100'000 pro Ausgabe und konnte sich damit vollständig selbst finanzieren. Als die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen im Kosov@ sich 1994 verschlechterten, sah sich ZERI gezwungen, internationale Unterstützung zu beantragen, um damit 20 Prozent der laufenden Kosten decken zu können. 80% konnte die Zeitschrift weiterhin mit Inseraten und aus dem Verkauf decken. Erst 1998 musste ZERI 30% seiner Kosten als Unterstützung beantragen. Heute ist ZERI infolge der mit der Vertreibung aus dem Kosov@ verbundenen Einbrüche weitgehend auf internationale Hilfe angewiesen. Das journalistische Profil und die verlegerische Linie von ZERI behielten ihre Unabhängigkeit von den verschiedenen Strömungen der kosov@-albanischen Politik. VertreterInnen aller Parteien sowie ein breites Spektrum unabhängiger Experten und Intellektueller schreiben in dieser Zeitschrift Beiträge oder geben Interviews. Das oberste Ziel von ZERI lag darin, einen Beitrag zur Lösung der politischen Krise im Kosov@ zu leisten, sich für die Demokratisierung des Kosov@ einzusetzen und den LeserInnen Informationen, Meinungen und Einschätzungen prominenter internationaler ExpertInnen und Intellektueller zugänglich zu machen. Nach der gewaltsamen Vertreibung aus dem Kosov@ haben die Herausgeber und die Belegschaft von ZERI die Veröffentlichung dieses führenden Nachrichtenmagazines im mazedonischen Exil wieder aufgenommen. Spezielles Augenmerk galt der vertriebenen Bevölkerung in Albanien, Montenegro und Mazedonien. Damit leistete ZERI einen wichtigen Beitrag, um den Vertriebenen Zugang zu Informationen über ihre Angehörigen zu verschaffen. Mitte Juli 1999 konnte die Belegschaft von ZERI wieder nach Pristina zurückkehren und die Arbeit an der Zeitschrift dort wieder aufnehmen. 2. Projektbeschreibung ZERI verfolgt im Moment zwei parallele zentrale Projekte: a) die Verbesserung und Verbreiterung der wöchentlichen Zeitschriftenausgabe und b) die Herausgabe einer Tageszeitung. a) ZERI ist heute die einzige politische Zeitschrift im Kosov@. Die Belegschaft umfasst 12 Redaktoren und Journalisten, 14 Korrespondenten aus allen wichtigen Zentren des Balkans, Westeuropas und der USA, sowie weiteres technisches Personal. Da in Pristina immer noch keine Möglichkeit zum Druck von Rollenoffset besteht, wird ZERI weiterhin in Skopje/Mazedonien gedruckt und dann in den Kosov@ geliefert. Dies erhöht allerdings die Produktionskosten, bis eine vollwertige Lösung im Kosov@ selber besteht. Die Auflage von ZERI beläuft sich momentan auf 10'000 Exemplare, von denen je nach Ausgabe 7000-8000 im Kosov@ selber verkauft werden, während der Rest in Mazedonien Abnehmer findet. Trotz äusserst schwierigen Produktionsbedingungen kann die Zeitschrift damit heute schon wieder 70 Prozent ihrer Kosten aus dem Verkauf decken. Die Unabhängigkeit der redaktionellen und journalistischen Arbeit, hochwertige politische und gesellschaftliche Analysen sowie die Präsentation eines breiten Spektrums von Meinungen zur Situation und Perspektive des Kosov@ sind sicher die wichtigsten Gründe für den Erfolg dieser Zeitschrift. Mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage im Kosov@ kann die Zeitschrift auf eine Zunahme ihrer Auflage und ihrer Verkaufszahlen hoffen. b) Die Voraussetzungen für den Start einer neuen Tageszeitung geplant unter dem Namen ZERI I DITES scheinen auf den ersten Blick heute denkbar schlecht. Tatsächlich erscheinen im Kosov@ bereits fünf Tageszeitungen. Trotzdem glauben Herausgeber und Belegschaft von ZERI an den Erfolg ihres Projektes: Erstens können nur zwei der fünf heute erscheinenden Zeitungen als unabhängig gelten: KOHA DITORE und KOSOVA SOT. Die andern drei Publikationen wurden gegründet und sind kontrolliert von der einen oder anderen politischen Kraft. Zweitens erfüllt bisher erst KOHA DITORE in ihrer Berichterstattung professionelle journalistische Kriterien, während die anderen Zeitungen qualitativ den Anforderungen kaum genügen können. Die professionelle Erfahrung der bisherigen Herausgeber, Redaktoren und Journalisten von ZERI kann zusammen mit weiteren erfahrenen Journalisten, die zum Projekt stossen wollen, und einem klaren Ausbildungskonzept für neue, junge JournalistInnen daher einen wichtigen Beitrag leisten zur Verbesserung der Presselandschaft im Kosov@. 3. Projektziele
4. Projektaktivitäten Um die beiden Projekte zu verwirklichen, plant ZERI folgende Massnahmen:
UNTERSTÜTZUNG DURCH DIE MEDIENHILFE EX-JUGOSLAWIEN: 167'090 CHF VERMERK: ZERI/99 |
|