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LOBIUnabhängige Wochenzeitschrift für die albanischsprachige Bevölkerung Mazedoniens sowie der umliegenden Länder
Die grossen Spannungen zwischen den verschiedenen Ethnien in Mazedonien bestehen nicht erst seit dem Ausbruch der Krise im März dieses Jahres. Vor allem die Kluft zwischen der slawischen Mehrheitsbevölkerung und der starken albanischen Minderheit ist im Laufe der letzten Zeit ständig gewachsen. Während der Einbezug der albanisch-sprachigen Bevölkerung in die mazedonischen Staatsstrukturen langsam voranging, entfremdeten sich die Seiten mit dem Nato-Krieg um Kosovo immer mehr. Medien spielen dabei eine entscheidende Rolle: Sprachlich getrennte Informations- und Kommunikationsräume der mazedonischen, albanischen, türkischen, vlachischen und Roma-Bevölkerung fördern einseitige Berichterstattung und führen dazu, dass jede Bevölkerungsgruppe kaum etwas über die wirtschaftliche, soziale und politische Realität der anderen weiss. Die Wahrnehmung der Situation und der Probleme klafft weit auseinander, die Gesellschaft zerfällt in ethnische Sprachgruppen. Das journalistische Niveau lässt vor allem bei den elektronischen Medien viel zu wünschen übrig, professionell ausgebildete JournalistInnen sind rar. Vorhandene Stereotypen werden in den Medien reproduziert. Die Medien sind oft sehr stark vom Einfluss politischer Parteien geprägt und ihren Manipulationsversuchen unterworfen. Es herrscht eine Art Selbst-Zensur, die kaum Raum lässt für kritische Berichterstattung und Kommentare.
Mit der Wochenzeitung „LOBI“ soll der (in albanischsprachigen Medien vorherrschenden) einseitigen und unkritischen Berichterstattung entgegengewirkt und eine Alternative zu herkömmlichen Presseerzeugnissen geschaffen werden. Es soll Raum entstehen für qualitativ hochstehenden Journalismus mit Informationen, Analysen und Kommentaren aus verschiedenen Gesichtspunkten. Die Wochenzeitung richtet sich an die albanisch-sprachige Bevölkerung, veröffentlicht aber auch übersetzte Beiträge (slawisch)-mazedonischer JournalistInnen sowie Artikel unabhängiger Publikationen aus Serbien und Montenegro. Neben einem Team erfahrender JournalistInnen sollen bei „LOBI“ auch junge, talentierte JournalistInnen eingebunden werden, um Qualitätsjournalismus zu fördern und über diese gezielte Nachwuchsförderung auch für die Zukunft zu gewährleisten.
„LOBI“ wurde als Wochenzeitung Mitte Februar 2001 lanciert Kurz nach Lancierung des Magazins am 19. Februar brach die aktuelle Krise in Mazedonien aus. Die Krise führte auch zu einem vollständigen Zusammenbruch des Inseratemarktes und damit der Einnahmen aus Werbung. Zudem wurde der Vertrieb in die mehrheitlich albanisch besiedelten Gebiete Mazedoniens während der Kämpfe praktisch unmöglich und der Verkauf lag dadurch unter den Erwartungen. Trotz schwierigster Bedingungen ist bis Mitte Juni regelmässig jede Woche eine Ausgabe erschienen. „LOBI“ umfasst 52 Seiten und bietet drei Schwerpunktgebiete:
Einem durch die Krise gestiegenen Bedarf nach einem qualitativ hochstehenden Magazin steht damit ein drastischer Rückgang der finanziellen Möglichkeiten gegenüber. LOBI ist auf Unterstützung angewiesen, um seine Rolle für die albanisch-sprachige Bevölkerung wahrnehmen zu können.
mit diesem Projekt wird ein wichtiger Beitrag geleistet an ein friedliches Zusammenlebens der Ethnien in Mazedonien. Der Aufbau unabhängiger und professioneller Medien ist ein zentraler Faktor, um die Kluft zwischen den Bevölkerungsgruppen zu überbrücken und so Stabilität und Frieden zu sichern, wird doch die Problemwahrnehmung von Politik und Gesellschaft sehr stark von den Bildern und Meinungen beeinflusst, die durch Medien vermittelt werden. „LOBI“ leistet einen wichtigen Beitrag an die Entstehung einer unabhängigen albanisch-sprachigen Medienlandschaft und kann wegweisend sein für den Abbau an Misstrauen und Gewalt und zu einer Befriedung der angespannten Situation in Mazedonien.
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