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Wochenzeitung MONITOR Beilage für Flüchtlinge aus Kosov@ in Montenegro 1. Zusammenfassung Die unabhängige montenegrinische Wochenzeitschrift Monitor wurde 1990 gegründet und war eines der ersten unabhängigen Medien des damaligen Jugoslawien. Während der politischen Koalition des montenegrinischen und serbischen Regimes wurden Monitor-Journalist/inn/en mehrere Male zu Geldbussen verurteilt; ihre Büros wurden zweimal mit Handgranaten angegriffen. Monitor berichtete immer wieder über Kriegsverbrechen, über Probleme ethnischer Minderheiten und Menschenrechtsfragen in Montenegro und Serbien sowie über die Verantwortung der politischen Eliten. Monitor beschäftigt 15 Vollzeitjournalisten, einen Fotoreporter, zwei Computerspezialisten, einen Layouter und einen Sekretär. Monitor ist als Aktiengesellschaft organisiert. Hauptaktionäre sind die angestellten Journalisten. Seit dem Beginn der Nato-Bombardierungen hat Monitor unter der Gefahr gearbeitet, verboten zu werden. Monitor war den Druckversuchen der jugoslawischen Armee (VJ) ausgesetzt, dem Versuch, Monitor zu zensurieren, sowie forcierten Einrückungsbefehlen gegen Monitor-Journalisten. Die ökonomische Situation der Region wurde durch den Abbruch der wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Rest der Welt und die Schliessung der Grenze durch die jugoslawischen Armee verschlimmert. In dieser Situation hatte Monitor zusätzliche Probleme, das Geld von den Vertriebsgesellschaften zu erhalten und die Druckkosten finanzieren zu können. 2. Hintergrund Der gesellschaftliche und politische Veränderungsprozess Montenegros wurde durch die Nato-Bombardierungen verlangsamt. Die Militarisierung der Gesellschaft gefährdete die vom montenegrinischen Volk gewählten zivilen Behörden. Monitor wurde vor zehn Jahren gegründet, um sich gegen die undemokratische und kriegsfördernde Politik von Milosevic und der damaligen montenegrinischen Regierung zu engagieren. Die Wochenzeitung erlebte während der Nato-Bombardierungen ihre schwierigste Zeit. Die Kritik von Monitor an der offiziellen Belgrader Politik, der Armee und der "ethnischen Säuberung" des Kosov@ durch die jugoslawischen Armee, durch serbische Polizei und Paramilitärs führte zu harschen Reaktionen seitens des Zweiten Armeekommandos, dessen Truppen in Montenegro stationiert sind. Sieben Monitor-Journalisten haben ihren Marschbefehl verweigert. Einer wurde verhaftet und seiner Militäreinheit zwangsweise zugeführt. Unabhängig von diesen Versuchen forcierter Marschbefehle versuchte die Militärpolizei, Miodrag Perovic zu verhaften, einen der Gründer und Besitzer der Wochenzeitung, um ihn für die in Monitor veröffentlichten Artikel vor einem Militärgericht anzuklagen. Perovic war gezwungen, das Land zeitweise zu verlassen. Zur Zeit ist Montenegro ökonomisch isoliert. Nebst der politischen Gefährdung aus Belgrad droht dem Land der wirtschaftliche Kollaps. Die ökonomische Situation wird durch die Anwesenheit von 70,000 Kosov@-Flüchtlingen verschärft. Aufgrund dieser Situation kann Monitor nicht darauf zählen, dass ausstehende Schulden bezahlt werden. 3. Projektziele Redaktionell den westlichen Werten Demokratie, offene und multiethnische Gesellschaft und Respekt der Menschenrechte verpflichtet, erlangte Monitor hohes Ansehen im ehemaligen Jugoslawien sowie unter internationalen Beobachter/inne/n. Monitor hat spezielle Rubriken lanciert, die über "ethnische Säuberungen", Kriegsverbrechen, Flüchtlingsprobleme und die Beziehung zwischen zivilen und militärischen Behörden Montenegros berichten. Monitor warnt weiterhin vor den Gefahren von Milosevics Politik sowie vor dem Krieg, der Montenegro und anderen Staaten der Region droht. Monitor unterstützt die demokratische Opposition Serbiens. Monitor zählt daher seit Jahren zu den engen Projektpartnern der Medienhilfe Ex-Jugoslawien. Vertreter/innen der Zeitung haben mehrmals auf unsere Einladung an Veranstaltungen und Seminaren in der Schweiz teilgenommen. Im Juli 1999 hat Monitor eine achtseitige Spezialausgabe lanciert, die sich allen für Flüchtlinge wichtigen Problemen widmet. 4. Projektaktivitäten
UNTERSTÜTZUNG DURCH DIE MEDIENHILFE EX-JUGOSLAWIEN: 21,560 CHF VERMERK: Monitor/99 |
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