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ERWEITERUNG UND MODERNISIERUNG EINER DRUCKEREI FÜR DIE UNABHÄNGIGE PRESSE IN MONTENEGRO I. HINTERGRUND Eine Spaltung der montenegrinischen Regierungspartei DPS in einen reformorientierten und einen dogmatischen Flügel sowie der Sieg des Reformflügels in den Parlamentswahlen von Mai 1998 haben zu einem milderen politischen Klima in Montenegro und zu einer konfortableren Situation der unabhängigen Medien beigetragen. Wenn auch grössere Anstrengungen und Druck nötig sind, um die aktuelle Regierung zu demokratisieren und einen wesentlichen Transitionsprozess in Montenegro zu erreichen, ist es doch offensichtlich, dass die alten Zeiten nicht zurückkehren werden und die Zeit der Repression gegenüber Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zu denen wir auch die unabhängigen Medien zählen vorüber ist. Es sei denn, der von Milosevic unterstützte radikale politische Flügel des früheren montenegrinischen Präsidenten und jetzigen Bundespremierministers Bulatovic wird wieder an die Macht gelangen. Ausser dem staatseigenen Fernsehen und Radio und der Tageszeitung Pobjeda existiert eine kleine, aber effiziente Gruppe unabhängiger privater Medien in Montenegro: die unabhängige Tageszeitung Vijesti, die Wochenzeitung Monitor, die Monatszeitschrift Onogost Standard, die Lokalradiostationen Antena M und Montena sowie die drei Lokalfernsehstationen Sky Sat, Blue Moon und Elmag. Unter diesen Medien haben Vijesti und Monitor den grössten Einfluss. Am 1. April 1999, nur 18 Monate nach ihren ersten Erscheinen, hatte Vijesti die maximale Auflage von 26,000 (Montenegro hat 650,000 EinwohnerInnen), das ist das Doppelte der optimistischsten Erwartungen. Die folgenden Punkte beschreiben am besten die in dieser Zeit erreichten Resultate:
II. PROJEKTBESCHREIBUNG Seit seiner Lancierung im Januar 1997 hat Vijesti zusammen mit Monitor Projekte gestartet mit dem Ziel, gemeinsame Druckinfrastrukturen aufzubauen. Die Druckerei Roto Slog wurde gegründet. Sie gehört zu 60 Prozent Daily Press (dem Verlag, der Vijesti herausgibt), zu 20 Prozent Montenegropublic (Verlag von Monitor) und zu 20 % der privaten Druckerei Slog. Der New Yorker Media Development Loan Fund (Soros Foundation) gab ein Darlehen von US$ 220,000 an die Rotationspresse. Das Darlehen wird nach regulären Raten abbezahlt. Beschränkte Mittel begrenzten Kapazität und Qualität. Mit dem Erstarken von Vijesti und Monitor und mit der Ansiedelung einiger unabhängiger Zeitungen aus Serbien in Montenegro im letzten Herbst konnte die Druckerei den Anforderungen nicht mehr genügen. Deshalb starteten Vijesti und Monitor ein Projekt der Erweiterung und Modernisierung der bestehenden Anlagen. Die beste Offerte für eine weitere Drckpresse, zusammen mit einigen kleineren benötigten Teilen, beläuft sich auf US$ 390,000. Ein paar Organisationen, die unabhängige Medien unterstützen, beteiligen sich mit koordinierten Beiträgen an der Beschaffung der benötigten Gelder. III. BESCHREIBUNG DER WICHTIGSTEN BESITZER DER DRUCKEREI Die Tageszeitung Vijesti Die redaktionelle Politik von Vijesti basiert auf den Verpflichtungen für die Grundlagen moderner Gesellschaft: ziviles und multiethnisches Konzept, liberale Wirtschaft, Privatisierung, Antikriegspolitik und zivile Konfliktlösung sowie Beteiligung am europäischen Integrationsprozess. Vijesti umfasst in der Regel zwanzig Seiten mit gelegentlichen vierseitigen Supplements, wird zweifarbig gedruckt und ist in lateinischem Alphabet geschrieben. Die Auflage von Vijesti ist für montenegrinische Verhältnisse recht hoch: 26,0000 verkaufte Exemplare entsprechen vier Prozent der Bevölkerung; zieht man in Betracht, dass ein Exemplar von drei bis vier LeserInnen gelesen wird, erreicht Vijesti 15 Prozent der Bevölkerung (in der Schweiz entspräche das einer LeserInnenschaft von 900,000). Dies ist immer noch nicht genug, um das Überleben der Zeitung dauerhaft zu garantieren. Zur Zeit reicht es zur Deckung der Ausgaben, aber nicht für einen Überschuss, der für eine Entwicklung der Zeitungen benötigt würde. Die Hauptprobleme und -hindernisse für die Zeitung, auf eigenen Füssen zu stehen, sind:
Die ersten zwei Probleme müssen langfristig angegangen werden, durch Demokratisierung und Reform von Staat und Gesellschaft Montenegros. Der dritte Punkt kann bereits jetzt gelöst werden. Deshalb ist die Beschaffung gut ausgerüsteter Druckereien mit genügend Kapazität eine der dringlichsten Massnahmen für die Entwicklung der unabhängigen Printmedien Montenegros. Die Wochenzeitung Monitor Die unabhängige Wochenzeitschrift Monitor wurde 1990 gegründet und war eines der ersten unabhängigen Medien des damaligen Jugoslawien. Während der politischen Koalition des montenegrinischen und serbischen Regimes wurden Monitor-Journalisten mehrere Male zu Geldbussen verurteilt; ihre Büros wurden zweimal mit Handgranaten angegriffen. Monitor berichtete immer wieder über Kriegsverbrechen in den Kriegen in Ex-Jugoslawien, über Probleme ethnischer Minderheiten und Menschenrechtsfragen in Montenegro und Serbien sowie über die Verantwortung der politischen Eliten. Redaktionell voll ausgerichtet auf die Werte Demokratie, offene und multiethnische Gesellschaft und Respektierung der Menschenrechte, erlangte Monitor hohes Ansehen im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien sowie unter internationalen BeobachterInnen. Monitor engagiert 15 Vollzeitjournalisten, einen Fotoreporter, zwei Computerspezialisten, einen Layouter und einen Sekretären. Es ist als Aktiengesellschaft organisiert. Hauptaktionäre sind Miodrag Perovic, Stanislav Koprivica und die angestellten Journalisten. Die Ziele, die dieses Jahr erreicht werden sollten, sind die Verbesserung von Inhalt und Grafik und damit eine Steigerung der Auflage. Seit Ausbruch des Kosovokriegs und der Verschärfung des Konflikts zwischen Montenegro und Serbien hat Monitor den Verkauf verbessern können. Es ist geplant, die wöchentliche Auflage von 10,000 Exemplaren durch eine verbesserte Marketingkampagne zu steigern. Ein attraktiveres Layout (Vierfarbendruck), das mit neuen Druckanlagen möglich wäre, würde die Einnahmen durch Inserate erhöhen und die Abhängigkeit von Donatoren verringern. Die Zeitung hofft, auch durch Internetpräsenz die Entwicklung der demokratischen Prozesse in Serbien zu unterstützen, vor allem durch Stimulation der Kooperation zwischen der serbischen Opposition und unabhängigen Journalisten. IV. PROJEKTZIELE Erweiterung und Modernisierung der bestehenden Druckinfrastruktur sind nötige Bedingungen für das Erreichen der folgenden Punkte:
Ein signifikanter Anstieg ausländischer Investitionen in Montenegro wird im Rahmen des Stabilitätspakts für Südosteuropa erwartet, was den Markt und damit das Inserategeschäft ankurbeln würde. Eine solche Entwicklung wird die Auflage steigern, so dass Vijesti eine Auflage von 30,000 Exemplaren per Anfang 2000 erwartet. Zusammen mit besseren Druckmöglichkeiten sollte diese Entwicklung die Möglichkeit für Vijesti und Monitor als dauerhafte und selbst tragende Projekte schaffen. BENÖTIGTE FINANZEN: 77,500 CHF |
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