Back home

Medienhilfe Ex-Jugoslawien

Professionelle Solidarität gegen Nationalismus und Chauvinismus
Professional solidarity against nationalism and chauvinism

TV-Produktion: Dokumentarfilme über Menschenrechte in Kosov@

ANEM TV Network, Belgrad

"Kosovo Human Rights Documentary Production" wurde uns von ANEM direkt eingereicht respektive vom unabhängigen Belgrader Radiosender B92, der als Gründer und Präsident des Netzwerks zeichnet. Geplant sind hier zwei Dokumentarfilme über Menschenrechtsverletzungen im Kosov@, mit denen das Bewusstsein in Serbien über die eklatanten Missstände gehoben werden sollen. Dadurch soll auch der gesellschaftliche Boden für eine politische Bearbeitung des Konflikts auf serbischer Seite geschaffen werden. Das Projekt soll mit Partner-JournalistInnen der kosov@-albanischen Zeitung Koha Ditore zusammen realisiert werden. Beides sind langjährige PartnerInnen der Medienhilfe Ex-Jugoslawien.

Das Projekt besteht in der Produktion zweier Dokumentarfilme über Menschenrechtsverletzungen an AlbanerInnen in Kosov@. Es soll in Zusammenarbeit zwischen einem Ausbildungsteam der BBC und VertreterInnen kosovarischer Medien verwirklicht werden. Dabei handelt es sich um RedaktorInnen und JournalistInnen der unabhängigen Tageszeitung Koha Ditore, deren Mitarbeit bei der Feldforschung unerlässlich ist.
Menschenrechtsverletzungen an Kosov@-AlbanerInnen machen den Kern des Kosov@-Konfliktes aus. So haben die betroffenen Menschen das starke Bedürfnis, der serbischen Öffentlichkeit mitzuteilen, dass sie während eines Jahrzehnts beinahe aller Rechte beraubt und verschiedenen Formen polizeilicher Gewalt ausgesetzt waren. Aus serbischer Warte ist dies ein äusserst heikles Thema. Die Mehrheit der Bevölkerung – von der Propaganda des Belgrader Regimes angesteckt – weigert sich, solche Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen, weil damit der Mythos der Serben als eines “himmlischen” und für den Kampf um Gerechtigkeit vorbestimmten Volkes in sich zusammenstürzen würde.
Das vorliegende Projekte will die offene Minderheit der serbischen Bevölkerung ermutigen, dieses Thema offen zu diskutieren, damit Wahrheiten nicht bloss im engen Kreise bekannt bleiben, sondern in die breite Öffentlichkeit hinausgetragen werden. Einerseits würde das die Mehrheit in die Lage versetzen, die offizielle “Wahrheit” in Frage stellen zu können. Andererseits hätte der Umstand, dass solche Dokumentarfilme von serbischen Medien produziert werden, äusserst positiven Einfluss auf Kosov@-AlbanerInnen. Es wäre das erste Mal, dass jemand in Serbien (d.h. einige “Serben”) die Wahrheit über die schmerzlichen und traumatischen Erfahrungen laut ausspricht und sich dabei – über den Medienverbund ANEM – an ein Publikum von rund 1,2 Millionen Menschen richtet.
Dokumentarfilme zählen zum komplexesten Schaffen des Fernsehens und erfordern gut geschulte JournalistInnen und gutes Gerät, um in angemessener Form realisiert werden zu können. Das Projekt will dafür eine Grundlage schaffen: Erstens sollen Teams lokaler RedaktorInnen und JournalistInnen – vom Medienverbund ANEM und von Koha Ditore – Kenntnisse von ExpertInnen der BBC vermittelt bekommen, damit sie in Zukunft ähnliche Arbeiten selbständig verrichten können. Zweitens soll die benötigte technische Ausrüstung erworben werden, um die materielle Grundlage für einen kontinuierlichen Betrieb zu gewährleisten.
Das Projektbudget umfasst folgende Bestandteile: Kauf von technischen Geräten, Lohnkosten für das BBC-Team, Honorare für lokale Teams, Kosten für Feldarbeit, Unterbringung der Teams, Studioarbeit (Bearbeitung, Schnitt, Übersetzungen).

Der für die Umsetzung des Projektes benötigte Betrag beläuft sich auf Fr. 108’350.–.
Die Medienhilfe Ex-Jugoslawien will die Hälfte davon decken, d.h. 54’175 Franken.
Unterstütungsbeiträge mit Vermerk “ANEM”

on MHxJU

News & Updates

Partners & Projects

Media- Monitoring

Mailinglist

suchen / search

go to top

P.O. Box, CH-8031 Zürich, Switzerland
Phone +41-1-272 46 37,  Fax +41-1-272 46 82, email: info@MEDIENHILFE.ch